Der Herr Berger

Ich suchte meinen Wohnungsschlüssel, dann war ich bereit. In meiner Rechten hielt ich, das Trageband um Zeige- und Mittelfinger geschlungen, einen grünen Sack voller Unrat.

Wenn ich endlich meinen Schlüssel fände, würde ich ihn raustragen. Der Schlüssel steckte im Schloss der Wohnungstür. Wie immer. Ich zog ihn ab und ging ins Stiegenhaus.

Herr Berger von nebenan verließ gleichzeitig mit mir seine Wohnung.

„Grüß Ihnen, Herr von Walther“, tirilierte er.

„Ach“, entgegnete ich. „Herr Berger…“

„Tragen Sie den Mull raus, eh?“

„Ja“, sagte ich. „Ich trage den Müll raus.“

Berger lachte freundlich.

„Sie tragen einen schwarzen Trainingsanzug, eh“, stellte Herr Berger fest.

Ich sah nach unten. Ich trug einen schwarzen Trainingsanzug.

„Ja.“, sagte ich.

Und mein Nachbar zwinkerte.

„Heute sind sie zu Hause, eh“, sagte Berger.

„Ja“, sagte ich, „heute bin ich zu Hause.“

„Und Sonne scheint heute.“

„Jaja…“

„Gestern hat´s ja geregnet.“, raunte Herr Berger.

„Ja.“, sagte ich.

„Ihr Müllsack ist grün, eh“

„Ja.“

Ich machte mich auf den Weg und stieg die Treppe hinunter.

„Sie gehen die Treppe runter, eh“, kam es von Herrn Berger.

„Ja, genau“, sagte ich.

Ich öffnete die Haustür.

„Die Tür war zu, eh“, sagte Berger

„Ja, stimmt“, sagte ich.

Nun ließ ich mir was einfallen: Ich zog mich aus bis auf die Unterhose, machte einen Handstand, bohrte in der Nase und pinkelte auf den Boden.

Berger sah sich alles genau an. Er lächelte und nickte mit dem Kopf.

„Wir sprechen von unsrem Herzen, unsern Planen, als wären sie unser, und es ist doch eine fremde Gewalt, die uns herumwirft und ins Grab legt, wie es ihr gefällt, und von der wir nicht wissen, von wannen sie kommt, noch wohin sie geht. Eh.“

Sagte Herr Berger.

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